Kants Theorie der Affinität und das Prinzip der prästabilierten Harmonie
Wlodzimierz Heflik
Sala: sala Vico
Data: 24 maggio 2010 - 14:30
Ultima modifica: 13 aprile 2010
Abstract
Im Referat bespreche ich Kants Konzeption der „Affinität“, die einer der Versuche ist, das Kausalitätsprinzip gegen Hume zu verteidigen. Die Annahme der transzendentalen Affinität der Erscheinungen ruft den Vorwurf hervor, dass Kant zusätzlich auch eine noumenale Kausalität voraussetzen muss. In Ausgabe B der transzendentalen Deduktion modifiziert Kant seinen Standpunkt, indem er eine Übereinstimmung zwischen der (1) materiell und (2) formal aufgefassten Natur postuliert. So nimmt Kant gewissermaßen eine eingeschränkte Version der prästabilierten Harmonie an, die im Bereich eines endlichen Gemüts zwischen Verstand und Sinnlichkeit auftritt. Es scheint jedoch, dass die Grundlage dieser Übereinstimmung im noumenalen Ich zu suchen ist. Das Problem der noumenalen Kausalität entsteht demnach aufs Neue. Es erscheint also zweifelhaft, ob Kants Versuch der Überwindung der Leibnizschen prästabilierten Harmonie durch eine andere, abgeschwächte, Version gelungen ist.